Matthes Motorsport Meiningen

Rennen 7 der VLN

Es ist vollbracht!

Würzburg / Meiningen-Dreißigacker: Für Matthes Motorsport (Meiningen - Dreißacker) hatte der Saisonhöhepunkt der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) stets einen faden Beigeschmack: Ein unbefriedigender Zieleinlauf sowie drei Ausfälle prägten die Teilnahme am 6h-Rennen der VLN. Diesmal sollte alles anders werden – es wurde alles anders!

Mit fast 200 Teilnehmern war das Starterfeld zum Saisonhöhepunkt der VLN, dem 6h-Rennen, nicht ganz so voll wie die Jahre zuvor, aber dennoch voller als bei anderen Rennen der Saison 2010. Mitten drin: Das Team von Matthes Motorsport, mit dem Ziel, den Fluch des 6h-Rennens zu brechen. Michael Jestädt (Fulda), genannt Mick und Werner Schlehecker (Rösrath) waren fest entschlossen zu gewinnen und starteten mit entsprechender Motivation um 08:30 Uhr am Samstagmorgen ins offizielle Zeittraining. Zunächst saß Werner Schlehecker hinterm Volant des BMW 318is, um für eine gute Rundenzeit und einen guten Startplatz in der Klasse V2 zu sorgen. Er drehte zwei problemlose Runden über die Grand Prix-Strecke des Nürburgrings und die Nordschleife. Durch den dichten Verkehr in einigen Passagen ausgebremst konnte Schlehecker jedoch nicht sein ganzes Können ausspielen, gab sich jedoch mit den eingefahrenen Rundenzeiten zufrieden. Nur in einer Runde hatte Mick Jestädt mehr Glück: Mit nahezu freier Fahrt gelang ihm eine Rundenzeit von 10:21 Minuten, die jedoch nur kurz für Platz eins der Klasse reichte. In gleicher Runde fuhr der Wettbewerb noch einen Tick schneller und verbannte den Matthes-BMW auf Rang zwei der Klasse. Zwei weitere Versuche von Jestädt, die Pole-Position zurückzuholen, scheiterten jeweils an langsameren Autos, die ihn aufhielten.

Von Platz zwei nach vorne
Die Rennstrategie bei zwei Fahrern und sechs Stunden Renndistanz ist einfach: Ein Fahrer muss zwei Stints hinter sich bringen, bei Matthes Motorsport sollte es Mick Jestädt sein, der insgesamt vier Stunden hinterm Lenkrad sitzen durfte. Er war es auch, der den Start übernahm und pünktlich um 12 Uhr erstmalig die Start-Ziellinie überquerte. Zunächst schaffte es der Erstplatzierte der Klasse, einen Respektabstand herauszufahren, während Jestädt sich heftiger Angriffe des Drittplatzierten wehren musste. Nach dem sich das übliche Startgerangel gelichtet hatte, konnte Jestädt sein Tempo deutlich anziehen und sich vom Verfolger absetzen. Gleichzeitig machte er auf den Erstplatzierten binnen kürzester Zeit soviel Boden gut, dass er ihn bereits nach wenigen Runden überholen konnte und die Klasse V2 von der Spitze aus kontrollierte. Mit Rundenzeiten, die immer deutlich unter denen der Verfolger lagen, fuhr Jestädt mehr als 30 Sekunden Vorsprung heraus. In Runde 13 steuerte er die Box an, um den Wagen an seinen Fahrerkollegen Werner Schlehecker zu übergeben. Trotz eines schnellen Boxenstopps schmolz der Vorsprung auf sieben Sekunden zusammen und Schlehecker konnte zeitweise den Verfolger im Rückspiegel ausmachen. Doch auch Routinier Schlehecker konnte sich trotz einiger Probleme mit zur Überrundung anstehender Fahrzeuge kontinuierlich absetzen und den Vorsprung erneut ausbauen, so dass er am Ende seines Stints mit gut 45 Sekunden vor den Verfolgern lag. Nach zwölf gefahrenen Runden kam Schlehecker zum letzten Fahrerwechsel und Tankstopp an die Box. Auch diesmal schmolz der Vorsprung, aber nicht so dramatisch wie beim ersten Stopp, und Mick Jestädt ging mit sattem Polster erneut ins Rennen. Weitere zehn Runden kamen aufs Konto von Matthes Motorsport, und dem Konto der Verfolger brummte Jestädt Runde um Runde mehr Sekunden auf. Am Ende des 6h-Rennens gewann das Team von Matthes Motorsport mit fast einer Minute Vorsprung – der Bann war gebrochen!
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen


Peter Matthes, Teamchef
„Das gesamte Team hat eine beeindruckende Leistung gezeigt – ich bin stolz auf Fahrer, Mechaniker und Helfer, die uns vor und während des Rennens unterstützt haben. Dass wir nicht die Pole-Position einfahren konnten, ist zu verschmerzen, denn bei einem solch langen Rennen spielt der Startplatz eine eher untergeordnete Rolle. Endlich konnten wir den Fluch des 6h-Rennens brechen und gleichzeitig ohne eine einzige Berührung oder Schramme das Auto ins Ziel bringen. Mick Jestädt und Werner Schlehecker haben einen tollen Job gemacht. Ich denke, dass wir beim letzten Rennen der Saison, dem Schinkenrennen wieder an den Start gehen werden, um unsere Verpflegung für die Weihnachtsfeier einzufahren.“

Michael Jestädt, Fahrer
„Auto und Wetter haben diesmal wirklich gut gepasst. Im Training bin ich immer wieder aufgehalten worden, was aber nicht sonderlich schlimm war. Auf Platz zwei ins Rennen hat uns nicht geschadet, wie das Ergebnis zeigt. In beiden Stints herrschte auf der Strecke stets ein fairer Kampf und die Fahrer haben den nötigen Respekt gezeigt, um sechs Stunden zu überstehen. Groß und Klein hat ordentlich Rücksicht genommen. Im zweiten Stint bin ich zunächst stets ein wenig schneller als die Konkurrenz gefahren, als der Abstand groß genug war, habe ich Tempo raus genommen, um den Wagen schadlos über die Ziellinie zu bringen. Ein tolles Rennen, danke an Matthes Motorsport und meinen Kollegen Werner Schlehecker.“

Werner Schlehecker, Fahrer:
„Endlich kann ich einen Sieg beim 6h-Rennen mit Matthes Motorsport verbuchen. Im Training hatte ich etwas Pech, dafür lief es im Rennen umso besser. Ich konnte immer die Zeiten des Wettbewerbes fahren und problemlos noch ein paar Sekunden drauf packen. Lediglich manche überrundeten Fahrer blockierten die Linie, wohl aber eher unbeabsichtigt. Das gesamte Team hat super funktioniert, genauso wie das Auto. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Rennen mit Matthes Motorsport."