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Saisonfinale der VLN

Sieg in letzter Sekunde verspielt

Würzburg / Meiningen-Dreißigacker: Das Ziel von Matthes Motorsport zum Saisonfinal der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) war klar definiert: Ein Klassensieg in der Klasse V2 musste her! Bis wenige Runden vor Schluss war das angestrebte Ziel zum Greifen nahe, bis Werner Schlehecker (Rösrath) auf regennasser Piste verunfallte.

Es ließ sich gut an am letzten Oktoberwochenende 2010: Im freien Freitagstraining testeten Michael „Mick“ Jestädt (Fulda) und Werner Schlehecker den von Matthes Motorsport (Meiningen-Dreißacker) vorbereiteten BMW 318is Coupé ausgiebig. Die Generalprobe verlief planmäßig, der Wagen lief wie ein Uhrwerk und das gesamte Team zeigte sich für das letzte Rennen der Saison sehr zuversichtlich. Die Euphorie überstand auch noch das offizielle Zeittraining am Samstagmorgen, trotz einer außerplanmäßigen Unterbrechung, die das ganze Starterfeld betraf: Kurz nach Trainingsbeginn verunfallten mehrere Fahrzeuge so schwer, dass die Verantwortlichen das Training für 40 Minuten unterbrachen, um in dieser Zeit die Unfallstelle aufzuräumen. Werner Schlehecker befand sich gerade auf seiner ersten, schnellen Trainingsrunde, als der Abbruch erfolgte. Er steuerte die Box an, bereit, sofort nach dem Neustart eine weitere Trainingsrunde zu absolvieren, was er auch tat. Im Anschluss drehte Mick Jestädt seinerseits zwei Runden auf dem BMW von Matthes Motorsport, wobei er in seinem letzten Umlauf die Poleposition der Klasse V2 einfahren konnte.

Zu hoch gepokert
Michael „Mick“ Jestädt übernahm wie gewohnt den Start. Zunächst konnte er sich den Angriffen der Konkurrenz erwehren, als sich unmittelbar vor ihm ein Fahrzeug drehte und quer zur Fahrtrichtung zum Stehen kam. Jestädt bremste fast bis zum Stillstand ab, die Konkurrenz nutzte das ungewollte Manöver und presste sich an Jestädt vorbei. Mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz machte er sich auf die Verfolgung seiner Kontrahenten und konnte diese nicht nur alsbald stellen, sondern auch überholen. Mit freier Fahrt nach vorne schaffte Jestädt ein sattes, immer größer werdendes Polster zwischen sich und die Verfolger. In Runde 13 steuerte er mit zwei Runden Vorsprung die Boxengasse an, um den Wagen an Werner Schlehecker zu übergeben.
Zunächst lief bei Schlehecker alles nach Plan, er lag selbst nach dem Boxenstopp mit beruhigenden zwei Runden vor der Konkurrenz. Selbst als leichter Nieselregen einsetze und er Geschwindigkeit rausnehmen musste, konnte er den Abstand zum Wettbewerb vergrößern. Aus dem Nieseln wurde schnell richtiger Regen und Schlehecker blieb mit profillosen Slicks auf der Piste. Nachdem Schlehecker den höchsten Streckenpunkt der Nordschleife, die „Hohe Acht“ überwunden hatte, entschloss er sich noch in derselben Runde, Regenreifen aufziehen zu lassen. Doch da war es schon zu spät: Ein Bodenwelle hebelte das Heck des BMW schlagartig aus, Schlehecker verlor die Kontrolle über das Auto und schlug frontal in die Leitplanke ein. Das Rennen war damit für Matthes Motorsport, Werner Schlehecker und Michael Jestädt schlagartig beendet.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren


Stimmen nach dem Rennen
Andreas Matthes, Technikchef Matthes Motorsport:
„Schade, dass unser Rennen in der Leitplanke endete. Zunächst haben Fahrer und Mechaniker alles richtig gemacht, bis der Regen einsetzte. Wir hätten Werner Schlehecker früher in die Box beordern sollen, Werner seinerseits hätte aber auch selbst früher Regenreifen anfordern können. Ob das Auto reparabel ist, wird sich in der heimischen Werkstatt zeigen. Ich denke, jeder hat ein wenig Schuld an dem, was geschehen ist. Michael Jestädt hat ein lupenreines Rennen abgeliefert und alles richtig gemacht.“

Werner Schlehecker, Fahrer
„Zunächst lief alles richtig gut: Ich konnte den Vorsprung problemlos halten und die Konkurrenz nach Belieben kontrollieren. Als der Regen einsetzte, war ich wohl ein wenig übermotiviert und dachte, den Speed mit Slicks halten zu können. Die Bodenwelle hinter der Hohen Acht hat mich vor Jahren schon mal ausgehebelt, eigentlich weiß ich, was hier passieren kann. Es tut mir für das gesamte Team leid, dass ich einen sicheren ersten Platz verschenkt habe.“

Michael „Mick“ Jestädt, Fahrer
„Das Wetter hat diesmal gepasst und alles lief glatt. Dass ich am Anfang überholt wurde, lag tatsächlich nur an der blockierten Fahrbahn. Ich habe jedoch schnell die alte Rangordnung wieder herstellen und die Konkurrenz ohne Einsatz der Brechstange „bügeln“ können. Dann konnte ich mich problemlos absetzen und ein sattes Polster einfahren. Auf der Strecke gab es unglaublich viele Unfälle, wodurch ich immer wieder mein Tempo drosseln musste. Richtig rund konnte ich nicht fahren.“