Matthes Motorsport Meiningen

Trotz seltener Teilnahme ein tolles Jahr

Nachbericht der VLN-Saison 2010

Würzburg / Meiningen-Dreißigacker: Matthes Motorsport (Meiningen-Dreißigacker) gehört zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) wie die Nürburg zur Nordschleife. Doch in der erst kürzlich zu Ende gegangenen Saison 2010 haben die Fans den blau-gelben BMW 318is Coupé nur selten auf der Piste gesehen. Und dennoch: Für das Team rund um Peter Matthes endet das Motorsportjahr durchaus zufrieden stellend.

Oberste Priorität im Terminkalender von Matthes Motorsport genoss zweifelsfrei das legendäre 24h-Rennen. Schon in den Jahren 2008 und 2009 konnte das Team den Sieg in der Klasse V2 verbuchen. Peter Matthes: „Unser Ziel in diesem Jahr war ein weiterer Klassensieg beim härtesten Langstreckenrennen der Welt. Neben dem Auto ist auch das Team in weiten Teilen so geblieben wie in den Jahren zuvor. Als Fahrer konnte Michael Jestädt (Fulda) als einziger den Hattrick schaffen – er gewann mit uns schon in den Jahren zuvor.“ Werner Schlehecker (Rösrath), Fahrerkollege von Michael Jestädt, erlebte 2010 seine zweite „Matthes-Saison“ und hatte somit die Möglichkeit, seinen zweiten Klassensieg auf dem BMW zu verbuchen.
Das Thüringer-Team nutzte die Langstreckenrennen vor der Hatz zweimal rund um die Uhr nicht nur als Vorbereitung, sondern auch, um im Kampf um die VLN-Meisterschaft Punkte zu sammeln. Nach dem ersten Rennen der Saison gab es bei Matthes Motorsport ausnahmslos zufriedene Gesichter, denn nach 22 Runden überquerte der BMW von Matthes Motorsport als erster der Klasse V2 die Ziellinie. Obendrein wurde der Wagen mit einer Rundenzeit von 10:21 Minuten als schnellster der Klasse gewertet. „Die folgenden beiden Rennen verliefen dann alles andere als zufrieden stellend“, resümiert Peter Matthes, „Lauf zwei und drei mussten wir vorzeitig durch unverschuldete Unfälle beenden. Einziger Trost: Unsere Fahrer konnten trotz Ausfällen die schnellsten Rundenzeiten der Klasse fahren, die dann trotz unserer frühzeitigen Abreise bis zum offiziellen Rennende nicht geknackt wurden.“

Zwei Siege bei den wichtigsten Rennen
Beim 24h-Rennen konnte das Team nach zwei Ausfällen wieder auftrumpfen: Gemeinsam mit einem Kontrahenten der VLN, dem Team Derscheid Motorsport, gingen die Thüringer vom zweiten Startplatz der Klasse ins Rennen. Die Matthes-Stammpiloten Jestädt und Schlehecker wurden durch Michael Flehmer (Overath) und Rolf Derscheid (Much) ergänzt. „Einen klassischen Start-Ziel-Sieg konnten wir nicht einfahren, standen dafür am Ende des Rennens ganz oben auf dem Treppchen. Ein toller Erfolg mit einer reibungslos funktionierenden Mannschaft“, so Peter Matthes im Rückblick. Die folgenden drei Rennen in der Langstreckenmeisterschaft setzte das Team aus. Peter Matthes erklärt: „Die Punktevergabe in der Langstreckenmeisterschaft richtet sich nach den Startern in den einzelnen Klassen – viel Feind, viel Ehr. Die Klasse V2 litt seit Anfang 2010 unter einem immensen Schwund. Zeitweise gingen nur fünf Teams in der Klasse an den Start. Für uns bedeutete dies, nur bei zwei weiteren Rennen an den Start zu gehen.“ Dazu zählte zweifelsfrei der zweite Saisonhöhepunkt der Langstreckenmeisterschaft: das 6h-Rennen. Hier ging kein Weg an Matthes Motorsport vorbei, das Team zeigt klar, wer der Herr auf dem Ring ist. Wie beim 24h-Rennen gingen Jestädt und Schlehecker vom zweiten Startplatz auf die knapp 25 Kilometer lange Rennstrecke. Nach wenigen Runden lag der von Matthes Motorsport vorbereitete und eingesetzte BMW 318is Coupé auf Rang eins der Klasse V2. Die Position gab das Team bis zur Zieldurchfahrt nicht mehr ab. Überdies drehte das Duo erneut mit 10:18 Minuten die schnellste Runde.
Peter Matthes: „Zum letzten Rennen, dem sogenannten Schinkenrennen, waren wir erneut mit von der Partie. Bei diesem Rennen erhalten die Klassensieger einen westfälischen Schinken – 2009 haben wir diesen Gaumenschmaus gewonnen und wollten auch heuer wieder unsere Weihnachtfeier damit bereichern.“ Diesmal hatte das Team jedoch wenig Glück und schied kurz vor Rennende auf regennasser Rennstrecke aus. Aber wieder legte das Team die Messlatte der Rundenzeiten auf eine unerreichbare Höhe für die Konkurrenz: die 10:24 Minuten konnte von keinem Wettbewerber unterboten werden.


Nicht möglich ohne Team und Sponsoren
Motorsport ist – besonders in der Langstreckenmeisterschaft – ausgesprochener Teamsport. Das weiß Peter Matthes nur zu gut: „Unsere Fahrer können so schnell sein, wie sie wollen – wenn die Mechaniker vor, während und nach einem Rennen nicht korrekt arbeiten, ist der Sieg von vornherein verspielt. Zu dem Team gehören aber auch die inaktiven Helfer, die Sponsoren. Hier bedanke ich mit ausdrücklich bei DEKRA Köln, RKV – Registrier Kassen Vertrieb, KW Fahrwerke, Michelin, Lackiererei Teuber und Blaufuss und Castrol.“ Ausgesprochenen Dank richtet der Teamchef auch an seine Jungs und Mädels hinter den Kulissen, an die Fans des blau-gelben BMW rund um die Nordschleife sowie an das Team Derscheid Motorsport, mit dem man das 24h-Rennen gewann. „Zu guter letzt“, schließt Peter Matthes seinen eigenen Saisonrückblick, „bedanke ich mich bei unseren echt schnellen Fahrern Werner Schlehecker und Michael Jestädt. Die beiden haben immer alles richtig gemacht – auch wenn manche Fahrt in der Leitplanke endete.“
Ob Matthes Motorsport auch 2011 in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring antritt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Bis dahin muss der Teamchef insbesondere die Sponsoren mit dem Motorsportvirus anstecken.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren